Ich stelle mir vor...

    ...morgen Früh gehe ich zur Bushaltestelle - der Bus kommt - alle Fahrgäste müssen aussteigen - und man bietet uns als Busersatzverkehr ganz individuell und unbürokratisch ein Fahrrad an - so jedenfalls macht es die DB mit ihren Fahrgästen... - nur alles eine Stufe höher - statt des Fahrrades ist es noch so eben ein Bus - das sagt man doch: Grad noch mal Schwein gehabt!

 

 

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Meldung der SÄCHSISCHEN ZEITUNG vom 24.07.2001:

Die Deutsche Bahn verscherbelt Dampfloks
Drei Schmalspurloks intern ausgesondert / Vermögende Eisenbahnfans zahlen gut

    Drei Dampflokomotiven der Schmalspurbahnen stehen vor dem Verkauf. Am Freitag musste in einer Blitzaktion eine der Dampfloks in Radebeul für den Abtransport fertig gemacht werden. Zwei weiteren Lokomotiven aus dem Bestand der Sächsischen Schmalspurbahnen steht dies bevor, wie die Deutsche Bahn auf Anfrage der Sächsischen Zeitung bestätigte. Das wird wahrscheinlich Fahrzeuge der Weißeritztalbahn treffen.

    Zwölf Dampflokomotiven sind auf den beiden Schmalspurstrecken von Freital-Hainsberg nach Kurort Kipsdorf und von Radebeul nach Radeburg im Einsatz, acht in unserem Landkreis, vier beim Lößnitz-Dackel. Das ist der Deutschen Bahn AG zu viel.
    Die Unterhaltskosten für die Fahrzeuge seien zu hoch, lautet die Auskunft von Bahnsprecherin Helga Kuhne. Das ist die offizielle Aussage. Was bei der Bahn niemand offen zugibt, aber jeder weiß: Die historischen Fahrzeuge lassen sich für gutes Geld verkaufen. Zahlungskräftige Museumsvereine und Dampflokfreunde aus den alten Bundesländern oder aus dem Ausland sind bereit, dafür stolze Summen auf den Tisch zu legen.
    Es waren wohl beide Gründe, welche die Bahn bewegt haben, schon vor längerer Zeit zu untersuchen, wie viele Lokomotiven eingespart werden könnten. Neun müssen demnach reichen, um den fahrplanmäßigen Betrieb auf den Strecken zu sichern. Bahnsprecherin Helga Kuhne bestätigte, dass drei Lokomotiven aus dem Bestand ausgesondert wurden. Nach den Vorstellungen der Bahnoberen dürften diese gar nicht mehr rollen: Sie gehören nicht mehr zum Bestand.
    Nach Blitzaktion ersetzt Bus den Zug
    Um Engpässe auszugleichen und die Zugverbindungen abzusichern, wurden und werden auch diese Loks weiter vor die Züge gespannt. So kam es am Freitag in Radebeul zu einer Blitzaktion. Die Mitteldeutsche Bahnreinigung, für den Betrieb auf der Strecke zuständig, wurde kurzfristig informiert, dass die Lokomotive "099 752-8" sofort aus dem Verkehr genommen werden muss für den Verkauf. Angeblich soll sie für 485 000 Mark (248 000 Euro) in den schwäbischen Landkreis Biberach gehen. Eine Ersatzlok konnte auf die Schnelle nicht angeheizt werden, so dass die Fahrgäste des Sechs-Uhr-Zugs nach Radeburg mit dem Bus vorlieb nehmen mussten. "So eine Aktion hat es in der Eisenbahngeschichte noch nicht gegeben", sagt ein Eisenbahner dazu.
    Ralf Kempe, stellvertretender Bereichsleiter Sächsische Schmalspurbahnen bei der Bahnreinigung, erläutert: "Wir müssen bei solchen Verkäufen nicht gefragt werden. Wir haben nur einen Nutzungsvertrag. Waggons und Lokomotiven sind Eigentum der Deutschen Bahn AG."
    Dass die beiden noch zum Verkauf anstehenden Lokomotiven aus dem Bestand der Weißeritztalbahn genommen werden, bestätigte die Bahnsprecherin nicht direkt. Aber die Vermutung liegt nahe. Der Lokbestand auf der Strecke Hainsberg--Kipsdorf ist doppelt so hoch wie im Lößnitztal. Mit dem eigentlichen Verkauf der historischen Loks hat die Bahn-Niederlassung in Dresden dann nichts mehr zu tun. Dies übernimmt die Bahn-Zentrale in Frankfurt/Main.
    Weißeritzkreis gegen Verkaufspläne
    Im Landratsamt Weißeritzkreis weiß niemand etwas von den Verkaufsplänen. "So lange wir für die Bahn mit zuständig waren, haben wir uns jedesmal vehement dagegen gewehrt, dass historisches Material verkauft wird. Im Gespräch war das immer wieder", sagt Sprecherin Dorothea Boldt. Inzwischen wechselte aber die Zuständigkeit an den Verkehrsverbund Oberelbe. Dessen Sprecherin Grit Schimpfermann sagt: "Wir haben bei der Bahn Dampfzüge bestellt und gehen davon aus, dass der Vertrag eingehalten wird."
    Auch Bahnsprecherin Helga Kuhne versichert: "Der Dampfbetrieb ist gewährleistet. Etwas anderes würde ja gar nicht in unser Konzept passen."