Einmal Kiel hin und zurück, bitte
oder die Fahrt aus dem Automaten!


Eine Live-Story aus dem prallen Leben der Mehdornwelt!
Juni 2004

  • Sie und er kommen von einem der Calenberger Dörfer und sie wollen übermorgen von Springe/Deister nach Kiel-Hauptbahnhof reisen. sie wollen ein besonderes Sommer-Angebot der Bahn in Anspruch nehmen, weil sie aufs Haushaltsgeld der Familie achten müssen. Versuch per Internet - keienr der beiden ist gut versiert mit den Denkmodellen der Bahner, die sich solche Oberflächen mit ganze Textwüsten einfallen lassen. Sie suchen vergebens nach dem Sonerangebot, wie man das nutzen kann, usw... Also mit dem Auto über die Dörfer zu m nächsten Bahnhof nach Springe.
  • Leider hat die Agentur nach dem Feierabend der Eheöeute schon dicht. Hinweis auf den Automaten auf dem Bahnsteig. Die Sonne scheint gard nciht, der Bildschrim ist trotz Westausrichtung gut zu betrachten... - langsames eintasten in die ungewohnte Technik und den noch ungewohnteren Bildschirmaufbau "Das sieht dem vom Internet, aber gar nicht ähnlich! - "Da, Kiel Hbf  - erst Zug auswählen!" aber wo ist das Sommerangebot? - man gibt nach vielen Versuchen frustriert auf: Inzwischen sind 25 Minuten Versuchsarbeit gelaufen. - Man wählt zähneknierschend die reichliche teure Normalfahrkarte, bei der es grad mal den Mitfahrerrabat geben wird - teuer, verdammt teuer, vier schulplfichtige Kinder, ein Kindergartenkind und nur ein Verdiener. Aber Omas 80ter steht auf dem Kalender.
  • Nun gehts ans Bezahlen: Scheckkarte in den Schlitz, bestätigen, Sicherheitscode eingeben... warten... technischer Abbruch... weitere Versuche. Schließlich die Meldung, dass der Zahlungsvorgang nicht abgschlossen werden kann, Wutschrei!- Ob die das in der 3S-Zentralle gehört haben? - Scheinbar nicht, nichts rührt sich!
  • Notruftaste - warten - warten - warten. Eine Hotline meldet sich: "bitte nennen Sie uns ihren Namen und ihre Anschrift!" - die beiden werden blass! Es geht ihnen doch um eine Fahrkarte, die sie nich bekommen und wegen Wochenende auch nicht mehr vor Reiseantritt irgendwo anders erhalten werden... nur weil die Technik hier verrückt spielt. - "Dann fahren Sie doch einfach nach Hannover, dort bekommen sie alle gewünschten Fahrkarten sofort im Reisezentrum!" - Die freundliche Stimme gibt ehrlich zu, dass sie nicht mal weiß, wo Springe wirklich liegt. "Dann gebe ich ihnen die Nummer der Clearingstelle!"
  • Die beiden rufen tatsächlich dort an. "Damit haben wir wirklich nichts zu tun, tut mir ja leid, da müssen Sie sich an die Hotline wenden oder an das Person ihres Bahnhofs!"...
  • Die Fahrkarte haben ihnen dann Freunde ohne irgendwelchen denkbanre Rabatt auf Rechnung der freundlichen Mitmenschen per Internet besorgt.
  • Das ist die hochgelobte moderne Bahn. Der Kunde zahlt alles - auch den letzten Murks und die Bahn lässt sich wirklich alles bezahlen, selbst den bahneigenen-Murks.
  • Das Problem sind nicht die Front-Bediensteten, sondern die, denen es einfällt, dass man die Front noch mehr und noch mehr belasten und zuschütten kann! - notfalls mit untauglichen Techniken und Geräten!

christel pruessner, hannover (juni 2004)